Die Divisionen.

Division Systeme für Schienenfahrzeuge

Der Auftragseingang in der Division Systeme für Schienenfahrzeuge reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um -13,2% von € 4.016,7 Mio. auf € 3.485,1 Mio. Der Rückgang resultierte aus allen Regionen. Vor allem in der Region Asien/Pazifik wirkte sich die rückläufige Nachfrage, besonders im indischen Geschäft, spürbar aus. Der Auftragsbestand hingegen lag, aufgrund der positiven Auftragslage insbesondere im zweiten Halbjahr 2020, zum 31. Dezember 2020 bei € 3.721,4 Mio. über dem Vorjahresniveau von € 3.573,0 Mio.

Die Division Systeme für Schienenfahrzeuge verzeichnete einen Rückgang im Umsatz, insbesondere zurückzuführen auf Covid-19, um -8,7% auf € 3.336,8 Mio. (Vorjahr: € 3.656,1 Mio.) im Vergleich zum Vorjahr und lag damit, entgegen der Prognose eines deutlichen Rückgangs, nur moderat unter dem Vorjahr und damit besser als prognostiziert. Dabei entfielen rund 55% (Vorjahr: 58%) des Umsatzes auf das OE-Geschäft und 45% (Vorjahr: 42%) des Umsatzes auf das Nachmarktgeschäft. Die Umsatzentwicklung war dabei im Wesentlichen auf ein rückläufiges OE-Volumen in allen Regionen zurückzuführen. In der Region Europa betraf dies insbesondere den Bereich Nahverkehr (Light-Rail-Vehicle und Metro) sowie in der Region Nordamerika das Frachtgeschäft. In der Region Asien/Pazifik mussten im Bereich Hochgeschwindigkeitsverkehr und Lokomotiven ebenfalls rückläufige Umsätze verzeichnet werden, welche durch über Vorjahr liegende Umsätze im Metro-Geschäft, vor allem in China, nicht kompensiert werden konnten.

Das absolute EBITDA der Division Systeme für Schienenfahrzeuge sank volumenbedingt um -6,2% auf € 764,2 Mio. (Vorjahr: € 814,9 Mio.). Infolge margenstarker Ergebnisbeiträge aus dem Nachmarktgeschäft (Servicegeschäft) und Effekten aus dem Covid-19-Maßnahmenprogramm konnte hingegen eine moderat gestiegenen EBITDA-Marge vom Umsatz von 22,9% gegenüber dem Vorjahr mit 22,3% erzielt werden. Mit der erzielten Marge konnte sowohl die im Geschäftsbericht 2019 angegebene Prognose eines deutlichen Rückgangs als auch die angepasste Prognose eines leichten Rückgangs im Rahmen der Halbjahresberichterstattung jeweils übertroffen werden.

Auch das EBIT der Division Systeme für Schienenfahrzeuge sank in 2020 vor allem volumenbedingt um -8,6% auf € 636,6 Mio. (Vorjahr: € 696,7 Mio.). Mit einer EBIT-Marge in Höhe von 19,1% vom Umsatz konnte das Vorjahresniveau (19,1%) bestätigt werden.

Die Investitionen der Division Systeme für Schienenfahrzeuge in Höhe von € 109,0 Mio. in 2020 (Vorjahr: € 120,9 Mio.) flossen vor allem in Kapazitätserweiterungen von wachstumsstarken Produktgruppen, Automatisierungsprojekte sowie darüber hinaus in Ersatz- und Erweiterungsprojekte. Die im Vorjahr getätigten Investitionen in Höhe von € 33,2 Mio. am Standort München im Rahmen des Nordgeländes (Sale-and-Lease-Back-Transaktion) wurden infolge der Veräußerung bei den Investitionen im Jahr 2019 in Abzug gebracht und damit bereinigt. Die Abschreibungen lagen mit € 127,7 Mio. moderat über dem Niveau des Vorjahres (Vorjahr: € 118,2 Mio.).

Die F&E-Kosten beliefen sich in 2020 auf € 202,6 Mio. und reduzierten sich damit um € -7,4 Mio. oder -3,5% gegenüber dem Vorjahr (€ 210,0 Mio.). Demgegenüber ergaben sich infolge des überproportionalen Umsatzrückgangs eine zum Vorjahr höhere F&E-Quote von 6,1% (Vorjahr: 5,7%). Die Entwicklungsaktivitäten konzentrierten sich auf Lösungen zur Erhöhung der Verkehrsleistung, Umweltverträglichkeit, Verfügbarkeit, Lebenszyklusmanagement sowie Digitalisierung.

Die Division Systeme für Schienenfahrzeuge beschäftigte zum 31.12.2020 16.074 Mitarbeiter und lag damit nahezu (-0,1%) auf Vorjahresniveau von 16.094 Mitarbeiter (inkl. Personalleasing).

KENNZAHLEN DIVISION SYSTEME FÜR SCHIENENFAHRZEUGE

in Mio. € 20202019
Auftragseingang3.485,14.016,7
Auftragsbestand (31.12.)3.721,43.573,0
Umsatz3.336,83.656,1
EBITDA764,2814,9
EBITDA-Marge (in % vom Umsatz)22,9 % 22,3 %
EBITDA-Marge operativ
(in % vom Umsatz)
22,9 %22,3 %
EBIT 636,6696,7
EBIT-Marge (in % vom Umsatz) 19,1 %19,1 %
EBIT-Marge operativ (in % vom Umsatz)19.1 %19,1 %
Investitionen
(vor IFRS 16 und Akquisitionen)
109,0120,91)
Abschreibungen127,7118,2
F&E-Kosten202,6210,0
Mitarbeiter
(per 31.12. inkl. Personalleasing)
16.07416.094

1) bereinigt um Nordgelände SLB (€ 33,2 Mio.)

Division Systeme für Nutzfahrzeuge

Bei der Division Systeme für Nutzfahrzeuge wurde im Geschäftsjahr 2020 ein um -3,2% reduzierter Auftragseingang von € 2.954,2 Mio. (Vorjahr: € 3.050,7 Mio.) verbucht. Währungs- und akquisitionsbereinigt ergab sich ein Rückgang von -2,7%. Diese Entwicklung ist auf Europa, sowie Nord- und Südamerika zurückzuführen. Gegenläufig konnten in der Region Asien/Pazifik, insbesondere in China, deutliche Zuwächse gegenüber Vorjahr verzeichnet werden. Die positive Nachfrage im zweiten Halbjahr 2020 spiegelt sich auch im Auftragsbestand wider, welcher zum 31. Dezember 2020 um 11,9% auf € 1.269,0 Mio. gegenüber Vorjahr (€ 1.134,2 Mio.) zulegen konnte.

Der Umsatz sank um -14,0% auf € 2.819,4 Mio. (Vorjahr: € 3.280,2 Mio.). Dieser Rückgang resultierte aus einer weltweit rückläufigen Lkw-Produktion und damit verbundenen deutlichen OE-Umsatzeinbußen vor allem in Nordamerika und in Europa, welche durch die Region Asien/Pazifik nicht kompensiert werden konnten. Der Anteil am Gesamtumsatz des Segments im Bereich OE-Kunden sank daher um 1,4 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklung, aber auch die robusten Nachmarktumsätze führten zu einem gestiegenen Nachmarktanteil am Gesamtumsatz von 27,1% (Vorjahr: 25,7%). Die im Geschäftsjahr getätigte Akquisition von R.H. Sheppard trug im Bereich Nutzfahrzeuge einen Umsatz in Höhe von € 52,0 Mio. zum Gesamtumsatz bei. Der Umsatzrückgang lag auch währungs- und akquisitionsbereinigt mit -14,0% unter dem Vorjahr. Die Division entwickelte sich damit, wie prognostiziert gegenüber Vorjahr deutlich rückläufig.

Absolut sank das EBITDA gegenüber dem Vorjahr volumenbedingt um -24,3% auf € 381,2 Mio. bei einer ausgewiesenen EBITDA-Marge von 13,5% vom Umsatz gegenüber 15,4% im Vorjahr. Die Akquisition R.H. Sheppard trug ein negatives EBITDA von € -1,7 Mio. in 2020 bei. Die operative EBITDA-Marge im Vorjahr, d.h. bereinigt um die Restrukturierungsaufwendungen Wülfrath, lag demgegenüber bei 16,0%. Die erzielte Marge im Geschäftsjahr 2020 lag damit deutlich unter dem Vorjahresniveau und somit innerhalb der Prognose. Auch für das EBIT verzeichnete das Segment Systeme für Nutzfahrzeuge in 2020 einen deutlichen Rückgang um € -138,7 Mio. bzw. -37,1% auf € 235,1 Mio. (Vorjahr: € 373,8 Mio.). Dies führte zu einem Rückgang der ausgewiesenen EBIT-Marge gegenüber Vorjahr (11,4%) um 310 Basispunkte auf 8,3% bzw. der operativen EBIT-Marge um 400 Basispunkte gegenüber Vorjahr (12,3%). Dies ist neben dem Volumenrückgang auch auf erhöhte Abschreibungen unter anderem infolge erhöhter Investitionstätigkeit zurückzuführen. Im Geschäftsjahr 2020 trug R.H. Sheppard einen negativen EBIT-Beitrag in Höhe von € -9,1 Mio. bei.

Die Investitionen der Division Systeme für Nutzfahrzeuge erhöhten sich 2020 gegenüber dem Vorjahr um € 30,8 Mio. auf € 210,1 Mio. Wesentliche Investitionen flossen wie im Vorjahr in die weltweite Bereitstellung von Lieferantenwerkzeugen. Die Erhöhung gegenüber dem Vorjahr ist vor allem auf den Ausbau von Fertigungskapazitäten am nordamerikanischen Standort Bowling Green sowie im Rahmen des Lenkungsgeschäfts in Thailand zurückzuführen. Darüber hinaus fielen Investitionen im Rahmen unserer Produktplattform GSBC sowie für die Integration von R.H. Sheppard an. Die Abschreibungen der Division Systeme für Nutzfahrzeuge lagen unter anderem bedingt durch eine erhöhte Investitionstätigkeit bei € 146,1 Mio. und damit um € 16,2 Mio. über dem Vorjahr (€ 129,9 Mio.).

Die F&E-Kosten der Division stiegen im Geschäftsjahr 2020 auf € 194,0 Mio. (Vorjahr: € 187,0 Mio.), unter anderem aufgrund der intensivierten Entwicklungsaktivitäten im Bereich ADAS/HAD und Lenkung. Die hieraus resultierende F&E-Quote stieg ebenfalls von 5,7% im Vorjahr auf 6,9% in 2020. Die F&E-Aktivitäten konzentrierten sich auf die Megatrends Verkehrssicherheit, Automatisiertes Fahren, Emissionsreduktion und E-Mobilität sowie Konnektivität.

Die Division Systeme für Nutzfahrzeuge beschäftigte zum 31. Dezember 2020 12.871 Mitarbeiter (Vorjahr: 12.084) und damit 787 Mitarbeiter bzw. 6,5% mehr als zum 31. Dezember 2019. Dies ist im Wesentlichen auf die Akquisition von R.H. Sheppard mit 677 Mitarbeitern zurückzuführen.

KENNZAHLEN DIVISION SYSTEME FÜR NUTZFAHRZEUGE

in Mio. €20202019
Auftragseingang2.954,23.050,7
Auftragsbestand (31.12.)1.269,0 1.134,2
Umsatz2.819,43.280,2
EBITDA 381,2503,7
EBITDA-Marge (in % vom Umsatz)13,5 %15,4 %
EBITDA-Marge operativ
(in % vom Umsatz)
13,5 %16,0 %
EBIT 235,1373,8
EBIT-Marge (in % vom Umsatz)8,3 %11,4 %
EBIT-Marge operativ (in % vom Umsatz) 8,3 %12,3 %
Investitionen
(vor IFRS 16 und Akquisitionen)
210,1179,2
Abschreibungen 146,1129,9
F&E-Kosten194,0187,0
Mitarbeiter
(per 31.12. inkl. Personalleasing)
12.87112.084